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Was ist die Schulassistenz?

Die Schulassistenz ist eine "Assistenz zur Ermöglichung des Unterrichtes"
Salzburger Modell


Aufgabe der Pädagogik ist es, menschliche Entwicklungsprozesse zu unterstützen.

Diese Entwicklungsprozesse können durch unterschiedliche Bedingungen erschwert, behindert oder sogar verhindert werden. Es ist Aufgabe der Sonderpädagogik, den Behinderungen von Entwicklungsprozessen vorbeugend zu begegnen oder dadurch, dass die behindernden Einflüsse oder deren Auswirkungen gemindert bzw. überwunden werden.

Gravierende Verhaltensauffälligkeiten gehören sicher zu den größten Herausforderungen, denen die Pädagogik in unserem Schulsystem begegnet. Im gesamten Pflichtschulbereich gibt es eine zunehmende Zahl an Kindern und Jugendlichen, die sich und andere in einem Ausmaß gefährden, das mit den üblichen personellen und räumlichen Ressourcen nicht bewältigbar ist. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule ist dadurch massiv beeinträchtigt.

Als Folge werden diese Kinder und Jugendlichen - nach oftmaligem Schulwechsel, bei dem sich Verhaltensmuster wiederholen und verfestigen - in psychiatrischen Einrichtungen bzw. verschiedensten Formen der Fremdunterbringung betreut, also von Familie und Schulkollegen und Schulkolleginnen getrennt. Gefühle von Versagen, Minderwertigkeit, Unfähigkeit und Ohnmacht, oftmals verbunden mit aggressiven Verhaltensweisen sind die Folge. Nicht zu reden von den dabei entstehenden hohen Kosten, die durch Fremdunterbringung anfallen.

Es sollte gelingen, diese Kinder und Jugendlichen durch rechtzeitig gesetzte Maßnahmen in soziale, schulische und berufliche Strukturen zu integrieren.
Im Bundesland Salzburg versuchen wir mit der Schulassistenz einen integrativen pädagogisch-therapeutischen Ansatz. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche (alle Schultypen der allgemeinbildenden Pflichtschule) mit schweren Verhaltensbehinderungen bzw. sozial-emotionalen Defiziten.

In diesem Kontext formulierte der Leiter der Abteilung für Jugendpsychiatrie an der Landes-Nervenklinik Linz, Prim. Dr. Werner Leixnering am 7.11.2008 anlässlich der bundesweiten Tagung der Beratungslehrer/innen „Kinder von Mars" den Begriff der „Pädagogischen Therapeutik", mit der diesen Herausforderungen begegnet werden muss. Als die drei zentralen Punkte einer pädagogischen Therapeutik nennt Prim. Dr. Leixnering erstens Bindungssicherheit, zweitens klare Rückmeldungen über die Welt und drittens der therapeutische Ansatz des „ich halte es aus, wenn du nicht entsprichst".

Wir sind mit unserem Salzburger Modell der Schulassistenz auf diesem Weg:

  1. Bindungssicherheit wird durch den langfristigen Einsatz der Assistenten / Assistentinnen in hohem Ausmaß auch dadurch gewährleistet, dass eine 1:1 Betreuung während des gesamten Unterrichts ermöglicht wird. Das Kennen lernen und Aufbauen einer Beziehung zum Schüler / zur Schülerin ist erster Förderschwerpunkt und gleichzeitig Nagelprobe für das Gelingen des Assistenzeinsatzes. Unsere Erfahrungen zeigen erfreulicher Weise, dass bereits nach einigen Monaten durch diese intensive Beziehungsarbeit Entspannung eintreten kann.

  2. Wesentliches Moment der Intervention ist die Sicherheit der Lehrer/innen und des Assistenten im pädagogischen Kontext, die Eindeutigkeit der Rückmeldungen im Kontakt mit dem Schüler / der Schülerin. Regelmäßige Besprechungen all jener Personen, die mit dem Schüler / der Schülerin arbeiten sind erforderlich.

  3. „Ich halte es aus, wenn du nicht entsprichst" meint die grundlegende und dauerhafte Akzeptanz des Schülers / der Schülerin durch den Assistenten / die Assistentin. Fehlverhalten führt zwar zu Konsequenzen, aber - und das ist das Wesentliche an unserem Modell - nicht zum Abbruch einer Beziehung. Beziehungskonstanz kann hier jenen Strohhalm bieten, an dem man Halt finden kann.

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